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HAHA – Der Spiegel und die ideale Tablet Zeitung

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Spiegel Online führt in einem Artikel vom 02.03.2011 aus, wie die vermeintlich ideale iPad Zeitung ausschauen sollte. Oder aber auch nicht…

Artikel: So sähe die ideale Tablet-Zeitung aus

Denn, der Autor verfängt sich hier leider in der engstirnigen Denke, die er eigentlich zu kritisieren versucht:

1.) Er wünscht dich die übergreifende Zeitung über die verschiedenen Medien: morgens in der Bahn auf dem iPhone, Mittags im Web, Abends auf dem iPad. Artikel Medien-übergreifend merken, Textpassagen markieren. Und zum Wochenende doch noch einmal eine gedruckte Ausgabe mit den einzigartigen Geschichten, Essays etc.

ABER, er denkt natürlich auch in einem “walled garden”. Denn in seiner Welt liest der Leser wohl nur eine Zeitung. Blöd, wer seine Nachrichten aus mehreren Quellen bezieht: der macht nämlich weiter morgens 4 Apps in der Bahn auf, logged sich Mittags auf 4 Webseiten ein, öffnet Abends wieder 4 Apps auf seinem iPad und bekommt zu guter Letzt 4 Zeitungen am Wochenende. Und seien wir einmal ehrlich: dass ich meine Bookmarks aus der Spiegel iPhone App einfach auf das iPad übertragen kann – das ist kein revolutionäres Feature, sondern etwas, was der User als Standard längst bekommen haben sollte!

2.) Es wird noch besser: Der Autor sagt dann sogar, dass man mit dieser ‘”einzigartigen” Kombination den User abends auf dem Sofa anstelle fern zu sehen zum längeren Lesen der Zeitung bekommen könnte und damit ja dem Medium Fernsehen Konkurrenz machen (und vielleicht sogar neue Werbekunden gewinnen) könnte.

ABER: eben sagt er noch, er möchte die Zeitung Medien-übergreifend präsentiert haben. Nur das Medium Fernsehen lässt er dabei einfach mal außen vor! (Smart TV?!) Nun, das spiegelt ja auch lediglich das anscheinend immer noch fehlende Verständnis vieler Verlagsmenschen für die verschiedenen Medien und deren Kombination wieder (Fernsehen ungleich Internet – deswegen haben ja die Öffentlich-Rechtlichen ihrer Meinung nach auch nichts im Internet zu suchen…).

3.) Zu guter Letzt zieht der Autor dann die Beispiele Spotify & Co heran. Dort würde das ja auch super funktionieren. Ein Dienst, der über verschieden Palttformen funktioniert und all die genannten Features ganz toll bietet.

ABER: genau diese genannten Dienste sind eben keine “walled Garden”! Sie bieten vielmehr Label-übergreifend Inhalte an. Ich kann all die Musik, die ich hören will, über den Dienst “bekommen” und muss eben nicht Universalfy, Sonyfy, etc. einzeln abonnieren (und könnte diese dann noch nicht einmal in Playlists kombinieren…).

Letzten Endes sind Spotify & Co aber ein teilweise dann doch mittelgutes Beispiel wie die digitale Zeitung der Zukunft vielleicht funktionieren. Die meisten (digitalen) Nutzer haben unterschiedliche Vorlieben, lesen Nachrichten aus unterschiedlichsten Quellen. Der klassische Feedreader ist hier ein Baustein, Twitter ein weiterer, etc. Die Zeitung der Zukunft muss wesentlich individueller sein (und klar, natürlich Medien-übergreifend funktionieren). Ich lese “Meine Zeitung” und die besteht vielleicht aus Teilen des Spiegel, der Zeit, Twitter, Netzwertig, Daring Fireball, etc. Und damit einhergehend schafft sich dann auch dieser in Teilen vorherrschende Einheitsjournalismus ab – denn die gleichen Agenturmeldungen überall, da ist es fast egal, wo die herkommt. Aber die unterschiedlichen Bewertungen (aus meinen bevorzugten Quellen) dessen sind ja interessant und die möchte ich in “Meiner Zeitung” lesen.

Nur, diese Vorstellung ist für die Verlage natürlich nicht wirklich berauschend, weil sie nicht verstehen, dass es aber eigentlich langfristig nur in diese Richtung gehen kann (die eigene Engstirnigkeit hier haben zwei namhafte Verlage ja gerade kürzlich wieder unter Beweis gestellt, als sie die tolle Seite Commentarist aus dem Netz geschossen haben…).

So wird die Suche nach dem heiligen Gral wohl weitergehen und die User konsumieren eben weiter aus 50 verschiedenen Bechern ohne Henkel oder mit Löchern, die aber dafür alle schön glänzen…

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